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Mikro-Abenteuer mit Papa. „Into the wild“ (written by Felix)

//Während Mama Zeit für sich bekommt, verbringt der Papa mit den Kindern ein Mikro-Abenteuer im Wald und das bei winterlichen Temperaturen. Heute überreiche ich feierlich den digitalen Stift an Felix, der hiermit seinen ersten Blogpost veröffentlicht. Text, Bild, Editing, und Product Placement by himself. Ich wünsche mir mehr davon 🙂 //

 

Samstag Anfang Dezember 2021, 14:00 Uhr. „Ssss. Sss. Sss.“ macht der Vibrationsalarm meines Handys. Eine neue Nachricht vom Kumpel, mit dem ich unser nächstes Mikroabenteuer verbringen möchte. „Auto ist gepackt. Ganz schönes Scheisswetter! Was meinst du? Fahren?“ Und das von demjenigen, der drei Monate mit Fahrrad und Zelt durch Alaska gefahren ist. Von demjenigen für den Wetter nie eine Ausrede ist. Ich checke meine Wetter-Apps zum 10. Mal an diesem Tag. Wetter unverändert. „Zwischen 18:00 und 20:00 leichter Nieselregen, danach klart es auf, morgen früh leichter Schneefall. Temperaturen um den Gefrierpunkt.“ Antwort: „OK, wir fahren!“ War klar – schlechtes Wetter gibt’s halt nicht – nur schlechte Kleidung und schlechtes Equipment. Danke an dieser Stelle an die Firma Didriksons für ihre tollen Outdoor-Jacken.

Ich gehe zum Auto, um die letzten Sachen zu verstauen. Die Nachbarin sieht den mit Outdoor-Krempel vollgestopften Wagen und fragt: „Wandert ihr aus?“. „Nein, nein, wir sind morgen wieder zurück. Schlafen eine Nacht im Wald.“ Sie grinst, schüttelt den Kopf und fragt: „Soll ich viel Spaß wünschen?“ „Den werden wir haben! Danke!“ lache ich zurück.

Kurze Zeit später sind wir auf der A61. Wir, das sind mein Sohn, meine Tochter der beste Kumpel meines Sohnes und ich. Als wir auf die A1 Richtung Eifel abbiegen, zweifle ich selbst an unserem Vorhaben. Es regnet Bindfäden, der Scheibenwischer arbeitet auf Volldampf und uns bläst der stärker werdende Westwind entgegen. Das kann spaßig werden…

Aber halt. Was genau ist eigentlich unser Plan? Wie schon erwähnt, wollen wir eine Nacht im Wald, genauer gesagt in der Vulkaneifel, übernachten. Ein alter Freund hat dort in der Mitte vom Nirgendwo vor Jahren ein paar Hektar Wald gekauft und eine klitzekleine Hütte darauf errichtet. Hütte trifft es nicht ganz genau. Es ist eher ein offener Unterstand mit nacktem Waldboden als Fußboden und einem Dach. Unter dem Dach gibt es ein wenig Raum, an der höchsten Stelle vielleicht einen Meter hoch, den man über eine Leiter erreichen kann. Trocken, aber keine Heizung und drinnen fast genauso kalt wie draußen. Eine Toilette sucht man vergeblich. Das machen wir ab und an mal, vor allem im Winter, wenn es draußen knacke kalt ist. Und seit Corona habe ich das richtig schätzen gelernt.

Nach ca. 1 Stunde erreichen wir unser Ziel. Eine kleine Hochebene, auf der sich ein paar Windräder mit voller Kraft drehen. Als wir die Türen öffnen, weht uns eine kräftige, eiskalte Briese ins Gesicht. Die Kinder ziehen ihre dicken Jacken an, rufen nach ihren Mützen und streiten um das einzige paar Handschuhe, was wir dabei haben. Auf dem Boden liegen Eisbrocken, die von den Windrad gefallen sein müssen, was über uns ragt. Schnell schnappt sich jeder seinen Rucksack und schon trottet die Wichtelkaravane im Gänsemarsch auf einem Feldweg Richtung Wald, während es schnell dunkel wird. Am Waldrand wird der geschotterte Feldweg zu einem Matschweg, den die Rückmaschinen zu einer Schlammwüste gemacht haben. Mittlerweile ist es stockdunkel. Wir tasten uns mit Taschenlampen den Weg durch den Wald und hüpfen um die vielen Pfützen herum. Meine größte Sorge: Das eines der Kinder sich einen Nassen holt. Dann wäre der Abend gelaufen. Die Kinder sind bester Laune und finden es sehr amüsant durch den Matsch zu waten. Nach einer Weile kommen wir dem Ziel immer näher aber am Ende von den Tracktorspuren habe ich die Orientierung fast komplett verloren. Wir halten Augen und Nasen auf, um das Feuer zu erspähen bzw. zu erschnuppern, was mein Kumpel, der eine halbe Stunde Vorsprung hat, schon angemacht haben müsste. Kurze Zeit später ruft eins der Kinder „Da!“. Und tatsächlich sieht man zwischen den Bäumen ein paar Flammen flackern. Schnell stolpern wir durchs Unterholz und ein paar Minuten später haben wir es geschafft. Vor uns brennt ein amtliches Lagerfeuer, um das ein paar alte Gartenstühle vom Sperrmüll stehen. In null Komma nichts haben die Kinder sich einen Stock gesucht und verlangen nach den Taschenmessern. Nach 5 Minuten sitzen alle um das Feuer, schnitzen und starren andächtig in die Flammen. Geredet wird interessanterweise fast nicht. Das habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Mein Kumpel und ich richten derweil schnell die „Betten“ auf dem „Dachboden“ bestehend aus Isomatten und dicken Winterschlafsäcken, mit denen man auch bis -5 Grad noch komfortabel schlafen kann. Heute Nacht werden wir “nur“ 0 Grad haben  –  also alles easy.

Danach gesellen wir uns zu den Kindern, holen ein bisschen Glut aus dem Feuer und bruzeln für alle Entrecote auf einem alten Rost, der noch nie einen Tropfen Wasser gesehen hat. Für die Vegetarier gibt es ein Porridge, was wir auf einem Gaskocher zubereiten und für die Papas Winzerglühwein. Den würde ich normalerweise nicht mit der Kneifzange anfassen. Aber bei den Temperaturen geht’s dann doch gut durch die Kehle. Danach sitzen wir wieder alle vor dem Feuer – mittlerweile fast alle ohne Jacken trotz Eiseskälte und leichtem Nieselregen und spulen dasselbe Programm ab. Schnitzen, Stock ins Feuer, Schnitzen, Stock ins Feuer. Nach einer Stunde, sagen die Jungs es sei doch ein bisschen langweilig, weshalb wir ein Hörspiel anmachen, worauf hin, das monotone Schnitzprogramm weiter geht. Eine weitere halbe Stunde späte – es ist mittlerweile 20:00 schläft der erste der beiden Großen im Sitzen vor dem Feuer ein und wir beschließen die Brut ins Bett zubringen. Nur mein Großer – eine absolute Nachteule – will noch sitzen bleiben. Während die erste Rutsche in Skiunterwäsche in den Schlafsäcken ratzt, sitzen wir – mittlerweile unter einem klaren Sternenhimmel – noch zwei weitere Stunden vor dem Feuer, quatschen Ab- und an einen Satz, holen ein paar Scheite Holz, starren in das Feuer und trinken Riesling. Irgendwann sogar ganz ohne Hörspiel und der Große sitzt trotzdem wie gebannt vor dem Feuer. Gegen 22:00 hauen wir uns dann alle hin. Wie die Heringe in der Dose liegen wir zu siebt nebeneinander auf dem Dachboden. Die Mumienschlafsäcke soweit zugezogen, dass nur noch ein kleines Luftloch frei bleibt. Irgendwann in der Nacht werde ich mal wach und stelle fest, dass mir tatsächlich pudelwarm ist. Irre, was mit gutem Equipment doch alles geht. Als ich dann halbnackt an einem Baum stehe, fällt mir auf wie kalt es eigentlich wirklich ist und ich muss kurz an den Wolf denken und frage mich, ob der nicht vielleicht doch ein paar Meter von mir entfernt im Unterholz sitzt. Ein bisschen mulmig ist mir schon

Pünktlich um 7:30 rührt sich die Mannschaft dann schon wieder, obwohl es drinnen und draußen noch stockdunkel ist. Schnell schlüpfen die Papis in ihre Klamotten und dicken Jacken, klettern nach unten, um das Feuer anzumachen, ohne dass es einfach unerträglich wäre. Draußen empfängt uns, wie von der Wetter-App versprochen, ein ganz leichter Schneefall. „Hat irgendjemand gefroren heute Nacht?“, „Nö!“ ist unisono die Antwort. Nach 15 Minuten sitzen dann alle wieder vor dem Feuer und halten kurze Zeit später einen warmen Kakao und ein Stück Prasselkuchen vom Vortag in den Händen. Nach dem „Sonnenaufgang“ geht wieder das Schnitzspielchen los und ab und an versuchen sich die Kinder mal an der Axt. Ein Pflaster gibt es zwischendurch auch mal für die Kleinste (4), die aber auch schon wie eine Große schnitzen kann – ab und an halt auch mal in den Finger.

Um 10:00 heißt es dann auch schon wieder packen und Abschied nehmen. Ausnahmslos alle Kinder sind enttäuscht und meckern, dass das diesmal viel zu kurz war. Schnell löschen wir noch das Feuer mit einer Flasche Wasser. Die riesige Qualmwolke ist das letzte Highlight, bevor wir uns im Gänsemarsch auf den Weg durchs Unterholz machen. Im Hellen ist das tatsächlich wesentlich einfacher aber genauso matschig wie auf dem Hinweg. Nach 20 Minuten Fußmarsch sitzen wir wieder im warmen Auto. Verdreckt und stinkend – aber alle mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Das machen wir nochmal. Da sind sich alle einig.

Vermutlich haben einige Papis unter Euch jetzt Lunte gerochen. Leider haben vermutlich die wenigsten von Euch einen Wald oder Freunde mit einem Wald, was es das Ganze ein bisschen schwieriger macht, irgendwo in der Wildnis zu schlafen, weil Campen in Deutschland verboten ist.

Aber ein paar Optionen gibt es schon. Schaut mal hier vorbei: https://www.trekking-pfalz.de/ www.trekking-soonwald.de.

Ansonsten einfach mal bei einer Wanderung in der Umgebung bei einem Bauern klingeln und ganz lieb fragen, ob man nicht mal auf einer seiner Wiesen übernachten darf. Das habe ich als Jugendlicher sehr häufig gemacht. Oder einfach Orte suchen, an denen das auch so geht, weil es keinen wirklich interessiert. Im Sommer kann man das z.B. sicherlich auch mal an einem Rheinstrand machen, ohne, dass man negativ auffällt.

Weitere Infos zum Thema Micro-Abenteuer: https://www.christofoerster.com/mikroabenteue

Outfits /Jacken

Didriksons – Madi Boy’s Parka

Digory Kid’s Jacket – Didriksons 

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