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Schlechte Mama. Gute Mama. Alles eine Sache der Perspektive.

eine gute Mama

Lucie Marshall, die Bestseller-Autorin von – Auf High Hehls in den Kreißsaal, berichtete kürzlich auf ihrem Blog darüber, wie sie von ihrem Kinderarzt mit den Worten „Also, die gute Nachricht ist, Sie haben richtig viel, richtig gut gemacht!“ gelobt wurde. Ihr Mann und sie waren gleichermaßen über dieses Lob erstaunt.


Für mich völlig nachvollziehbar, denn wann wird man schonmal für etwas bei seinen Kindern so richtig gelobt? Eigentlich gibt´s von den meisten Seiten eher so etwas wie „Verbesserungsvorschläge“.

Und wenn nicht von fremder Seite, schaffen wir Mamas es auch ganz ohne Fremdeinwirkungen, uns und unsere Leistungen gern besonders kritisch unter die Lupe zu nehmen. Selten denke ich mir „Mensch Lulu, das hast du jetzt aber wieder mal richtig toll gemacht! Was bist du doch für eine tolle Mama“ Moment, habe ich das überhaupt schonmal gedacht? Ihr?

Ein Lob von anderen Menschen ist toll, da freut sich jeder, keine Frage. Aber auch Eigenlob stinkt nicht, sondern tut gut! Und manchmal reicht dafür, bereits eine neu gewonnene Perspektive aus.

Daher habe ich heute 3 Kurzgeschichten aus meinem Alltag für euch. Einmal aus meiner eher typisch kritischen Sichtweise und einmal, wie ich die Dinge häufiger betrachten sollte.

Geschichte 1

Die schlechte Mama

Es ist abends 19 Uhr. Mein Mann kommt grad von der Arbeit nach Hause und bietet sich an das Essen vorzubereiten. Ich habe somit Zeit noch ein bisschen mit den Kindern zu spielen. Josh kommt auf die Idee Pferd zu spielen. „Mama du bist das Pferd ja?“ „Komm Pferd, du musst in den Stall. Komm mit Pferdchen. Du musst jetzt wiehern Mama“

Brav, jedoch in hohem Maße gelangweilt, wiehere ich, ich schnaube und lasse mich bereitwillig in meinen Stall führen. Nach kurzer Verschnaufpause fürs Pferd (mich) muss ich wieder auf die Weide. Ich wiehere und schnaube, wie alte behäbige Pferde das so machen.

Weitere Befehle seitens meines Besitzers folgen. „Komm hü hü!“ Wieder im Stall nutze ich meine kurze Pause, schiele aufs Handy. WhatsApp blinkt. Verkrampft tippe ich eine Textnachricht, ohne Josh mein Desinteresse zu deutlich zu zeigen. Dabei denke ich mir, mit deinem Sohn spielen und gleichzeitig Whats App schreiben? Geht ja irgendwie gar nicht.  Kurz darauf stellte sich dieses schlechte Gewissen ein. Super-Mamas wären mehr bei der Sache gewesen.



Die gute Mama

Ich habe fiese Halsschmerzen, bereits den ganzen Tag. Eigentlich sage ich seit einer Woche, jeden Abend zu meinem Mann „Sweetheart ich glaube, ich werde krank.“ Um 19 Uhr ist mein Mann zu Hause und macht das Essen. Glücklich spiele ich mit dem Gedanken, mich kurz hinzulegen. Auch ohne Halsschmerzen war der Tag anstrengend, was u.a. einem schlecht gelaunten 3 Jährigen geschuldet war. Josh kann nichts dafür, die Kita war auch für ihn kraftraubend und auch er scheint nicht fit zu sein.

Er tut mir leid. So entscheide ich mich dafür, mich nicht auszuruhen und stimme seinem Vorschlag Pferd zu spielen zu. Ich habe wenig Spaß dabei, mein Hals schmerzt und bei diesem Spiel ist ohnehin wenig Kreativität von meiner Seite gefragt. Ich folge stumpf seinen Anweisungen, bin aber gedanklich woanders. Ich schiele aufs Handy und freue mich über eine Nachricht meiner Freundin, die ich beantworte. Das ist mir wichtig. Josh scheint es nicht zu stören, er ist fröhlich. Und so trotte ich wiehernd hinter ihm her und lasse mich erneut zur Weide führen. Ich bin eine gute Mama – trotz Erkältung und Handy im Anschlag.

Geschichte 2

Die schlechte Mama


Letzte Woche, habe ich auf Lulus Stern ein Plätzchenrezept online gestellt. Diese hatte ich zuvor mit Josh gebacken. Es macht mir Spaß mit ihm zu backen. Er schüttet alle Zutaten ordentlich und nach meinen Anweisung in die Rührschüssel, so dass wir sie anschließend verkneten können.

Beim Ausstechen keimen bereits erste Anzeichen von Unruhe in mir auf, dass etwas falsch laufen könnte. Ich drücke das Gefühl nieder. Aber spätestens bei Joshs Versuch die ausgestochenen Plätzchen aufs Backblech zu befördern, muss ich mich regelrecht in Fesseln legen, um ihn das allein machen zu lassen.

„Josh kann ich dir helfen?????“ „Naain Mami, ich will das machen!“ „Schatz, aber du musst ein bisschen schneller arbeiten sonst -ah Vorsicht sie gehen kaputt.“  Ich werde zappelig. „Maaami ich mach das. Lass mich! Ich will allein.“ Kurz darauf stellte sich dieses schlechte Gewissen ein. Super-Mamis wären nicht so ungeduldig mit ihren Kindern.



Die gute Mama


Mein Sohn und ich backen Plätzchen. Er liebt es Plätzchen zu backen. Ich liebe es auch Plätzchen zu backen, aber am liebsten, wenn sie nach meinen Vorstellungen gelingen. Dennoch lasse ich Josh mitbacken. Er hat Freude daran. Voller Tatendrang füllt er alles nach meinen Vorgaben in die Rührschüssel und knetet den Teig. Ich freue mich sehr über sein Interesse.

Beim Ausstechen gehen einige Kekse kaputt und die Kekse ordentlich aufs Backblech zu legen, fällt Josh noch schwer. Er gibt sich Mühe, das sehe ich. Auch ich gebe mir Mühe. Ich lasse ihn machen und versuche nur behilflich zu sein, ohne ihm die Dinge abzunehmen. Dennoch bin ich unruhig, ich möchte gern, dass sie gelingen. Der Teig wird warm und das Ausstechen mühselig. Aber Joshs Augen strahlten. Ich schaffe es meine Ungeduld zu besiegen. Ein paar  mache ich dennoch selbst, ich möchte einige verschenken – sie sollen hübsch sein. So bin ich. Josh hatte viel Spaß beim Backen. Ich bin eine gute Mami – auch mit meiner Ungeduld und dem inneren Wunsch nach Perfektion.

Geschichte 3

Die schlechte Mama

Abends bringe ich meinen Sohn ins Bett und möchte ihm eine Gutenachtgeschichte vorlesen. „Nein Mama ich möchte nicht dieses Buch! NAIN das auch nicht!“ „Josh es gibt aber kein anderes mehr!“ „Ich will aber das!“ „Josh neeee, da ist doch kein Text drin, nur Bilder, ich mag mir jetzt keine Geschichte dazu ausdenken.“ „Doch bitte, Mammiii!“ „Nein ich mag nicht, wirklich nicht“ Ich setze mich durch. Kurz darauf stellte sich dieses schlechte Gewissen ein. Super- Mamis hätten sich jetzt eine liebevolle Geschichte zu den Bildern ausgedacht.

Die gute Mama


Ich bringe Josh ins Bett, ich möchte ihm einfach nur noch eine Geschichte vorlesen, dann wird er hoffentlich schlafen. Ich mag nicht mehr denken, nicht geistig anwesend sein. Ich möchte einfach nur noch kurz vorlesen, ihm Nähe geben und dann für mich sein. Denn ich bin müde. Todmüde. Richtig erschöpft.

Ich habe einen Grund dafür, der heißt Püppi. Püppi ist jetzt ein Jahr alt und schläft nicht durch. Meine Hormone, die mir durch diese Zeit helfen sollten, sind schon lange nicht mehr verfügbar und ohne die Mithilfe meines Mannes, wäre ich bereits zum Zombie mutiert. Und trotzdem bekommt Josh heute eine Geschichte, eine kurze, eine die auch ich mag. Das ist Fair. Danach darf er Hörspiel hören. Ich bin eine gute Mami – trotz des Wunsches nach Ruhe und Zeit für mich.

Vieles im meinem Alltag tue ich meinen Kindern zuliebe – ich mache das gern. Ich bin eine gute Mami. Liebe meine Kinder von ganzem Herzen. Aber ich liebe auch mich. Daher müssen meine Kinder mit Kompromissen leben. Ich nehme mir Zeit für mich – so gut das eben geht. Zeit um mit Freundinnen zu telefonieren und zu schreiben, auch wenn die Kinder noch wach sind. Ich nehme mir Zeit für gemütliche Kaffeepausen und verlange, dass meine Kinder in der Zwischenzeit auch allein spielen. Ich nehme mir Zeit für mein Styling am Morgen und lasse Püppi derweil die Kosmetiktasche ausräumen. Ich bin Mami, Ehefrau, Freundin, Arbeitnehmerin und Frau. Ich wähle Kompromisse, um alldem und auch mir gerecht zu werden. Und dafür möchte ich einfach kein schlechtes Gewissen haben!

Also liebe Mamis – habt weniger schlechtes Gewissen und Lobt euch auch kräftig selbst. Momsrock, so viel ist sicher! 😉

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Mareike

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2 Kommentare

  1. Dezember 9, 2014 / 14:52

    Das hört sich jetzt sicher überheblich an, aber ich habe es mittlerweile aufgegeben, mich in die Kategorie gute oder schlechte Mami einzuordnen. Ich bin so, wie ich bin und eben auch nur ein Mensch. Das verstehen meine Kinder und mein Mann mittlerweile ganz gut. Und ich muss zugeben, es geht mir gut dabei. Meine Familie scheint auch ganz zufrieden zu sein;-)

    • Dezember 9, 2014 / 15:17

      Hallo Saskia, nein das finde ich gar nicht überheblich – das ist super. Und ich stimme dir zu, Kategorien bedeuten selten etwas Gutes. Ich habe den Titel "gute Mami – schlechte Mami" auch nur gewählt, um etwas zu verdeutlichen .liebe Grüße Lulu

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